Wardruna - Völuspá (German translation)

Old Norse/Norrønt

Völuspá

1
Hljóðs bið ek allar helgar kindir,
meiri ok minni mögu Heimdallar;
viltu, at ek, Valföðr! vel framtelja
forn spjöll fíra, þau er fremst um man.
 
3
Ár var alda þar er Ýmir bygði,
vara sandr né sær né svalar unnir,
jörð fannsk æva né upphiminn,
gap var ginnunga, en gras hvergi.
 
57
Sól tér sortna, sígr fold í mar,
hverfa af himni heiðar stjörnur;
geisar eimi ok aldrnari,
leikr hár hiti við himin sjalfan.
 
45/47
Bræðr munu berjask ok at bönum verðask,
munu systrungar sifjum spilla;
Skelfr Yggdrasils askr standandi,
ymr it aldna tré, en jötunn losnar."
 
44
Geyr nú Garmr mjök fyr Gnipahelli,
festr mun slitna en freki renna,
fjölð veit ek fræða, fram sé ek lengra
um ragna rök römm sigtíva.
 
59
Sér hon upp koma öðru sinni
jörð ór ægi iðjagræna.
Falla fossar, flýgr örn yfir,
sá er á fjalli fiska veiðir.
 
64
Sal sér hon standa sólu fekra,
gulli þakðan á Gimléi.
Þar skulu dyggvar dróttir byggja
ok um aldrdaga ynðis njóta.
 
65
Þá kemr inn ríki at regindómi
öflugr ofan, sá er öllu ræðr.
 
Submitted by ararune555 on Mon, 19/12/2016 - 12:52
Last edited by Higgs Boson on Sun, 19/11/2017 - 18:23
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German translation

Völuspá

1.
Gehör heisch ich heilger Sippen,
hoher und niedrer Heimdallsöhne;
du willst, Walvater, dass wohl ich künde,
was alter Mären der Menschen ich weiß.
 
3.
Urzeit war es, da Ymir hauste:
nicht war Sand noch See noch Salzwogen,
nicht Erde unten, noch oben Himmel,
Gähnung grundlos, doch Gras nirgend.
 
57.
Die Sonne verlischt, das Land sinkt ins Meer;
vom Himmel stürzen die heiteren Sterne.
Lohe umtost den Lebensnährer;
hohe Hitze steigt himmelan.
 
45./47.
Brüder kämpfen und bringen sich Tod,
Brudersöhne brechen die Sippe;
Yggdrasils Stamm steht erzitternd,
es rauscht der Baumgreis; der Riese kommt los.
 
44.
Grässlich heult Garm in der Gnipahöhle,
die Fessel bricht, und Freki rennt.
Viel weiß die Weise, sieht weit voraus,
der Welt Untergang, der Asen Fall.
 
59.
Seh aufsteigen zum andern Male
Land aus Fluten, frisch ergrünend:
Fälle schäumen; es schwebt der Aar,
der auf dem Felsen Fische weidet.
 
64.
Einen Saal seh ich, sonnenglänzend,
mit Gold gedeckt, zu Gimle stehn:
wohnen werden dort wackre Scharen,
der Freuden walten in fernste Zeit.
 
65.
Dann kommt ein Reich an die Macht,
das aus der Höhe über alles herrscht.
 
Submitted by Lobolyrix on Fri, 22/12/2017 - 11:46
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Die Völuspá ist - als erstes und bekanntestes Gedicht - in der (in altisländischer Sprache verfassten) Edda, einer Sammlung von altnordischen Götter- und Heldensagen) enthalten.
Die Übersetzung der hier enthaltenen Verse habe ich der Übersetzung des Gesamtwerkes (66 Strophen) entnommen, die ich (neben anderssprachigen Übersetzungen) mit entsprechenden Quellennachweisen hier editiert habe: http://lyricstranslate.com/en/v%C3%B6lusp%C3%A1-v%C3%B6luspa-weissagung-....

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